Dieses Jahr meinen es die Eisheiligen ernst mit uns – Schnee, Regen und ein kalter Wind!
Unsere Kreisfachberaterin Anna Lena Ostermeier hat mit Stephan Herbert Fuchs über das Phänomen der Eisheiligen gesprochen:
S. H. Fuchs: Was sind die Eisheiligen aus Ihrer Sicht: Aberglaube, eine grobe Orientierung oder eine feste Wetterregel?
A. Ostermeier: Ich finde sie sind ein guter Anhaltspunkt für gewisse Arbeiten im Garten. Sind die Eisheiligen rum,dann kann man wirklich mit allem loslegen.
S. H. Fuchs: Eisheilige und Klimawandel: passt das zusammen?
A. Ostermeier: Eisheilige sind ganz klar „Wetter“ – also das, was aktuell so los ist – und Klimawandel ist immer eine langfristige Beobachtung von mehr als 30 Jahren. Es kann schon sein, dass die Eisheiligen in Zukunft nicht mehr so stark ausfallen wie vielleicht noch vor einigen Jahren. Aber Spätfröste oder sogar noch Schneefall Ende April hatten wir auch im Jahr 2024.
S. H. Fuchs: Wie können Sich Hobbygärtner am besten vor Schäden durch Frost bei den Eisheiligen schützen?
A. Ostermeier: Am besten abwarten bis die Eisheiligen vorbei sind und dann erst empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder auch Balkonpflanzen rausstellen. Gemüsebeete kann man auch mit einem Vlies abdecken, um die kleinen Pflänzchen zu schützen.
S. H. Fuchs: Welche (Gemüse-)Pflanzen sind besonders anfällig und welchen machen Spätfröste kaum etwas aus?
A. Ostermeier: Alle Gemüse- und Obstsorten, die ursprünglich aus wärmeren Gefilden kommen sind natürlich anfälliger gegenüber kalten Temperaturen. Unsere klassischen Gartenstauden vertragen solche Nachtfröste sehr gut. Die Obstbäume hat es teilweise bereits erwischt – da reicht eine Nacht mit Minusgraden bei voller Blüte um die Ernte zu beeinträchtigen. Kleinere Bäume könnte man zur Sicherheit mit einem Vlies etwas einpacken.
S. H. Fuchs: Haben Sie Ihre Balkonkästen schon bepflanzt?
A. Ostermeier: Ich warte damit immer bis Ende Mai. In meinen Kästen sind noch die Überreste vom vergangenen Jahr, da ich die gerne für Insekten als Brutmöglichkeit oder auch für die Vögel als Nistmaterial stehen lasse. Das ist bei mir dann in einem Aufwasch: alte Pflanzen raus und neue rein. Letztes Jahr habe ich Schafgarbe und Pfennigkraut im Balkonkasten gehabt, das treibt jetzt wieder frisch aus und darf auch drinbleiben.
Eine Tulpe im Schnee am 21. April 2024
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