Vier Tage, hochkarätige Betriebe und geballtes Praxiswissen: Vom 18. bis 21. Mai 2026 begab sich eine Reisegruppe aus Gartenbau-Profis und Pflanzenbegeisterten auf eine exklusive Fachexkursion. Die Route führte von Bayern über Oberösterreich bis ins Herz von Niederösterreich. Im Fokus standen innovative Substratkonzepte, biologische Pflanzenstärkung, ökologische Schaugärten und zukunftsweisende Ausbildungskonzepte.

Tag 1: Innovative Erden und botanische Raritäten

Blick hinter die Kulissen: Führung durch das Erdenwerk der Firmengruppe RÖSL

Stärkung für die Weiterreise: Gemeinsame Brotzeit im Hause RÖSL

Christian Kreß begeistert die Gruppe im Schaugarten von Sarastro Stauden

Die Reise begann am frühen Morgen des 18. Mai in Wonfurt und Bamberg. Bereits der erste Zwischenstopp führte die Teilnehmer zu einem echten Branchen-Pionier: der Firmengruppe RÖSL in Regensburg. Bei einer exklusiven Betriebsführung erhielt die Gruppe tiefe Einblicke in die Herstellung moderner Erden und Substrate. Besonders faszinierend waren die Praxisvorträge über den Einsatz von Pflanzenkohle und das fossile Humuskonzentrat Leonardit, welche im professionellen Gartenbau und der Landwirtschaft eine immer wichtigere Rolle für die Bodenaktivierung spielen. Nach einer herzlichen, bayerischen Brotzeit ging die Fahrt weiter über die Grenze nach Oberösterreich.

Am Nachmittag stand der Besuch bei Sarastro Stauden in Ort im Innkreis auf dem Programm. Inhaber Christian Kreß führte die Gruppe persönlich durch seine Schaugärten und Kulturflächen. Der Betrieb ist bekannt für seine enorme Vielfalt von über 3.500 Arten und botanischen Seltenheiten. Kreß teilte wertvolles Praxiswissen über die Vermehrung anspruchsvoller Alpinpflanzen und langlebiger Blütenstauden.

Am Abend bezog die Reisegruppe ihr Quartier im modernen Cityhotel D&C** in St. Pölten, wo der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen und intensiven Fachgesprächen ausklang.

Tag 2: Ökologische Praxis und essbare Landschaften

Beeindruckende Logistik auf der 3,5 ha großen Fläche der Hameter Staudenrocker.

Fachlicher Austausch mit Christa Lackner beim Kompetenzzentrum „Natur im Garten“.

Die Reisegruppe im GARTEN TULLN.

Verkostung von seltenem Wildobst im Alchemistenpark in Kirchberg am Wagram.

Der Dienstag (19. Mai) war ganz den Themen Ökologie, Nachhaltigkeit und dem urbanen Grün gewidmet. Der erste Weg führte zur Hameter Staudengärtnerei nach Baumgarten am Wagram. Der reine Profi-Betrieb (kein Privatverkauf) bewirtschaftet rund 3,5 Hektar Produktionsfläche. Beeindruckend war hier vor allem das konsequente Nachhaltigkeitskonzept: Die Staudenrocker düngen rein biologisch, nutzen zu 50 % torfreduzierte Substrate und setzen im großen Stil auf selbst hergestellten Regenwurmkomposttee zur natürlichen Vitalisierung und Schädlingsprophylaxe der Pflanzen.

Mittags erreichte die Gruppe die Gartenstadt Tulln. Im Kompetenzzentrum von „Natur im Garten“ stand eine exklusive Diskussion mit der Geschäftsführerin Christa Lackner im Mittelpunkt. Sie erläuterte die Erfolgsgeschichte der rein ökologischen Kernkriterien der Bewegung. Anschließend erkundeten die Teilnehmer DIE GARTEN TULLN, die erste rein ökologische Musterschau Europas. Neben den Schaugärten zog vor allem der imposante Baumwipfelweg die Blicke auf sich.

Der späte Nachmittag bot ein kulinarisch-botanisches Highlight: der Alchemistenpark in Kirchberg am Wagram. Unter dem Leitsatz der „Essbaren Stadt“ erlebte die Gruppe eine Führung zum Thema Wildobst von A bis Z. Das direkte Verkosten seltener Beeren- und Obstsorten zeigte eindrucksvoll, wie moderner Naturschutz und urbaner Nutzen verschmelzen können.

Tag 3: Lebendige Kreislaufwirtschaft und Sortenerhaltung

Alfred Grand erklärt die Herstellung von Premium-Regenwurmkompost.

Inspiration pur in den über 50 Themengärten der Kittenberger Erlebnisgärten.

Vielfalt sichern: Führung durch den historischen Schaugarten der ARCHE NOAH.

Fachliche Weinprobe und geselliger Ausklang im Schloss Gobelsburg.

Am Mittwoch (20. Mai) tauchte die Gruppe tief in die Welt der biologischen Kreislaufwirtschaft ein. Bei Vermigrand Wurmkompost in Absdorf zeigte Alfred Grand, wie aus organischen Reststoffen durch die Hilfe von Jahrmillionen alten Helfern – den Regenwürmern – hochaktiver Wurmkompost und professionelle Substrate entstehen. Auch das Konzept der integrierten „Markt Gärtnerei“ lieferte wertvolle Impulse für zukunftsfähige Anbaumethoden.

Die nächste Station war Schiltern, wo die weltbekannten Kittenberger Erlebnisgärten besichtigt wurden. Mit über 50 kreativ gestalteten Themengärten gilt die Anlage zu Recht als das „Disneyland für Gärtner“. Hier konnten die Teilnehmer innovative Ideen für Gartengestaltung, Schwimmteichbau und Pflanzkompensationen sammeln.

Direkt nebenan wartete der Verein ARCHE NOAH im historischen Schlossgarten Schiltern. Bei der Führung zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt wurde deutlich, wie wichtig das Sichern von alten, samenfesten und vergessenen Gemüse- und Obstsorten für die biologische Vielfalt der Zukunft ist.

Der fachliche Teil des Tages fand seinen runden Abschluss im geschichtsträchtigen Schloss Gobelsburg in Langenlois. Bei einer exklusiven Weinprobe im traditionsreichen Schlossweingut erfuhr die Gruppe mehr über den regionalen Weinbau und den Einfluss der Bodenbeschaffenheit des Kamptals auf die Reben.

Tag 4: Schwammstadt-Konzepte

Zukunftskonzept „Schwammstadt“ live an der Gartenbauschule Langenlois (LWG).

Bevor am Donnerstag (21. Mai) die Heimreise angetreten wurde, stand ein Besuch der Gartenbauschule Langenlois (LWG) auf dem Lehrplan. Als eines der führenden grünen Bildungszentren Österreichs beeindruckte die Schule nicht nur mit ihren dekorativen Lehrgärten, sondern vor allem mit zukunftsweisenden Praxisprojekten. Besonders das Konzept der „Schwammstadt“ – bei dem Regenwasser gezielt unter Verkehrsflächen gespeichert wird, um Stadtbäume in Hitzeperioden zu versorgen – sorgte für reichlich Diskussionsstoff und Inspiration für die Arbeit in den Heimatgemeinden.

Fazit der Teilnehmer

Vier Tage voller Input haben gezeigt: Die grüne Branche im DACH-Raum boomt vor Innovationskraft. Von der klimaresistenten Substratentwicklung über biologische Pflanzenstärkung bis hin zu essbaren Landschaften – die Exkursion 2026 war ein voller Erfolg und lieferte allen Mitreisenden wertvolles Werkzeug und neue Netzwerke für die tägliche Praxis.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen besuchten Betrieben für die Gastfreundschaft und den offenen fachlichen Austausch sowie allen Teilnehmern für die großartige Reisestimmung!

Fotos und Text von Hans Hübner

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