Liebe Gartenfreunde, liebe Triebenreuther,
es gibt Projekte, die entstehen am Reißbrett, und es gibt Projekte, die entstehen aus einem herzhaften Fluch beim Ackern.
Wir alle kennen das: Man pflügt sein Feld, und jedes Jahr nervt diese eine Ecke oben rechts. Die meisten würden einfach weiterfluchen. Aber Landwirt Siggi Hohn hatte eine bessere Idee. Er dachte sich: „Wenn das Getreide dort nicht will, dann vielleicht das Obst.“ Er ging zum Gartenbauverein Triebenreuth – und damit nahm eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf, die wir heute mit der Auszeichnung
„Streuobst – bunt und lebendig“ krönen.
Man muss sich die Lage in Triebenreuth vor Augen führen:
Knapp 600 Meter Höhe, extrem exponiert, der Wind pfeift ungebremst über die Fläche und der Boden ist karg. Das ist kein Wellness-Urlaub für einen Obstbaum. In den letzten 13 Jahren habt ihr gesehen, dass Natur kein Wunschkonzert ist:
Ausfälle mussten verkraftet werden.
Der Winddruck hat an den Stämmen gerüttelt.
Die Trockenheit der letzten Jahre hat das Wachstum gebremst.
Aber – und das ist das Entscheidende – ihr habt nicht aufgegeben. Unter der fachlichen Begleitung von Günter Reif und Roland Ramming habt ihr genau die richtigen Spezialisten für dieses raue Pflaster ausgewählt: Gelbmöstler, Nägelesbirne und die Doppelte Philippsbirne. Robuste Mostbirnen, die wissen, wie man im Frankenwald überlebt.
Ihr habt in eurem Bericht einen Vergleich gezogen, den ich heute gerne aufgreife:
Der Gartenbauverein Triebenreuth ist wie das gallische Dorf von Asterix und Obelix.
Die Gartler sind eure Krieger.
Die Dorfgemeinschaft ist der Zusammenhalt.
Und die fachliche Beratung (vielleicht auch mal ein Schluck aus dem Flachmann nach dem Baumschnitt) ist euer Zaubertrank.
Diese Streuobstwiese ist mehr als nur eine Sammlung von Bäumen. Sie ist ein Beweis für Beharrlichkeit. Ihr zeigt jedem „Römer“ – und jedem Skeptiker – da draußen: Wenn Triebenreuth zusammenhält, dann wächst auch auf kargem Boden etwas Wertvolles. Langsames Wachstum ist oft das stabilste. Eure Bäume haben tiefe Wurzeln geschlagen – genau wie euer Verein in der Dorfgemeinschaft.
Herzlichen Glückwunsch zum Sieg im Wettbewerb! Ihr habt es euch hart erarbeitet.
Frisches Gartenwissen direkt ins E-Mail Postfach? Hier für unseren Newsletter anmelden!
